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Bild: Impressionen vom Biberbau

Lernen durch Tun - das pädagogische Konzept des Biberbau

Inhalt

1. Organisationsform
2. Kurzbeschreibung der Einrichtung
3. Ziele der Kinder- und Jugendfarm Biberbau
4. Bedeutung des freien Spiels im Bildungsaspekt
5. Inhaltliche Schwerpunkte der pädagogischen Praxis unter Berücksichtigung des Konzeptes der Bildung für Nachhaltige Entwicklung
5.1 Tiergestützte Pädagogik
5.2 Bewegungsförderung
5.3 Handwerkliches Gestaltent
5.4 Schulung der Sinne
5.5 Unterstützung kreativer Prozesse
5.6 Ökonomische und politische Bildung
5.7 Ökologische Bildung
5.8 Förderung der Sozialkompetenz
5.9 Vermittlung von Medienkompetenzen
6. Weitere Aktivitätsbereiche und Angebote
7. In Planung
8. Zielgruppen
9. Öffnungszeiten
10. Professionelles Personal und Ehrenamt
11. Örtliche Lage und Umfeld der Kinder- und Jugendfarm Biberbau
12. Besucherstatistik
13. Finanzierung

1. Organisationsform

Stiftung für Kinderhilfe Knettenbrech "Andere am eigenen Lebensglück teilhaben zu lassen". Für Harald Knettenbrech war dieses Motto Anlass, im Jahr 2005 die Stiftung für Kinderhilfe Knettenbrech ins Leben zu rufen.
Neben der bisherigen Unterstützung bestehender Kinderhilfseinrichtungen, ist die Kinder- und Jugendfarm Biberbau ein erstes aktives und somit durch die Stiftung getragenes Projekt. Mit Hilfe von ausgebildeten Pädagogen wird dieser mit und durch Kinder gestalteter Ort einzigartiger Spielerlebnisse betreut und ständig weiterentwickelt.
Die Kinder- und Jugendfarm Biberbau ist anerkannter Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Flankiert wird die Arbeit durch finanzielle sowie aktive Unterstützung eines als gemeinnützig anerkannten Fördervereins, dem "Biberbau e.V.". Der bundesweit agierende Fachverband "Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e.V." steht beratend zur Seite.

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2. Kurzbeschreibung der Einrichtung

Heutige Kinder- und Jugendfarmen, so auch die Kinder- und Jugendfarm Biberbau, sind eine Kombination verschiedenster, seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstandener städtenaher Spielflächen für Kinder. Im Wesentlichen versuchen sie folgende Angebote miteinander zu kombinieren:

  • Möglichkeit zur kindgerechten Gestaltung eines Platzes durch Initiative und Mitbestimmung von Kindern
  • Hüttenbau und individuelle Materialnutzungen
  • generationsübergreifende Angebote
  • feststehende Räumlichkeiten
  • Tiere und Tierversorgung
  • kostenlose Platznutzung
  • offene Kinder- und Jugendarbeit
  • Möglichkeit zu freiem Spiel
  • pädagogische Betreuung

Die Kinder- und Jugendfarm Biberbau befindet sich auf einem etwa 5000 m² großen Gelände am Sauerwiesweg 4 in Wiesbaden Biebrich. Sie erweitert die Kombination ökologisch orientierter Kinder- und Jugendfarmen und ihrem bauernhofnahem Erleben mit den Angeboten von Aktiv- und Abenteuerspielplätzen durch die Miteinbeziehung neuer Medien. Sie ist ein im Kern offenes und unentgeltliches Angebot, bietet nach Anmeldung und Absprache aber auch geschlossenen Gruppen die Möglichkeit an den örtlichen Gegebenheiten zu partizipieren. Das pädagogische Konzept und das Einsetzen professioneller Pädagogen auf dem Platz unterscheiden Kinder- und Jugendfarmen insbesondere von Spielplätzen oder anderen konventionellen Freizeitangeboten für Kinder. Weshalb sie im 10. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung als am ehesten kindgerechte Betreuungsangebote bezeichnet werden. Die Kinder- und Jugendfarm Biberbau hat sich als eine gewünschte und gebrauchte Einrichtung für den Stadtteil wie auch für die in ihm lebenden Eltern und Kinder erwiesen. Dies beweisen die Besucherzahlen eindrucksvoll.

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3. Ziele der Kinder- und Jugendfarm Biberbau

Grundsätzlich bietet die Kinder- und Jugendfarm Biberbau eine große Auswahl an lernorientierten Angeboten, sieht sich gleichzeitig jedoch auch als "Raumgeber" für die Entfaltung des freien Spiels, ohne Anforderungen oder Vorgaben. Weiter umfasst dieses pädagogische Konzept primär, Kindern die drei großen Schwerpunkte heutiger Sozialisation möglichst lebensnah zu vermitteln. Diese drei Schwerpunkte beinhalten die Vermittlung von Sozialkompetenz, Naturkompetenz und Medienkompetenz. Ziel hierbei ist es, diese drei Aspekte, innerhalb unserer pädagogischen Arbeit, auf dem Hintergrund der "Bildung für nachhaltige Entwicklung" miteinander zu kombinieren.

Ziel ist es, nicht nur Kinder, sondern darüber hinaus auch deren Eltern zu begleiten, um durch gemeinschaftliche Aktionen und Angebote, mögliche Differenzen oder Hemmschwellen aufzulösen. Dies kann im Rahmen von Informationsveranstaltungen, ggf. durch die Vermittlung an zuständige städtische Stellen geschehen oder im Rahmen des offenen Betriebes durch Einbezug der Eltern in das alltägliche Geschehen der Einrichtung selbst. Hierbei stehen gemeinsames Erleben mit dem Kind und die Erkenntnis für den Sinn und die Bedeutung freien Spielens im Vordergrund.

Gemeinwesenarbeit bedeutet in unserer praktischen Arbeit, einen Ort der Vernetzung und des Austauschs, somit einfach gesagt, einen Treffpunkt zu schaffen. Dieser soll es Eltern erleichtern, Zugang zu anderen Eltern zu erlangen. Der Biberbau erfüllt im weitesten Sinne die Funktion eines Nachbarschaftszentrums. Verbesserung der Lebensqualität in einem Stadtbezirk ist dabei kennzeichnend für die Absichten gemeinwesenorientierter Arbeit.

Schließlich ist als ein weiteres wichtiges Ziel die Sicherung der Finanzierung in den Fokus zu stellen. Es gilt, nachhaltig, den Fortbestand der Kinder- und Jugendfarm Biberbau zu sichern, insbesondere weitere Angebote zu schaffen und zudem vorhandene auszubauen.

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4. Bedeutung des freien Spiels im Bildungsaspekt

Die Kinder- und Jugendfarm Biberbau versteht sich als Bildungseinrichtung. Daher ist es zunächst sinnvoll, unsere Definition von Bildung darzulegen und den Rahmen, in dem Bildung in unserer Einrichtung stattfindet, zu beschreiben.

Sprechen wir von Bildung, geht es uns in erster Linie um den Prozess der Bildung und weniger um den Zustand des "gebildet seins". Bildung umschreibt diesen angestrebten Prozess, in dem es darum geht, erfahrene, gelernte und erworbene Kompetenzen sowie Normen zu verinnerlichen, so dass sie zu autonomem und sozialem Handeln befähigen. Dies kann beispielsweise durch Begegnung und Gespräch, durch Besichtigung und Beobachtung, durch Erkundung und Erprobung oder durch Hören und Lesen erreicht werden.

Wir begreifen ein Kind als aktives, forschendes und neugieriges Wesen, das einen Drang dazu verspürt, aus eigener Einsicht und Motivation zu handeln und zu entdecken. Die Kinder- und Jugendfarm Biberbau vermittelt Bildung unter den Methoden des freien Spiels, der Selbstbildung und Selbstorganisation. Freies Spiel, als intensive Form des Lernens, sowie Selbstbildung umschreiben im Genaueren die eigenaktive Auseinandersetzung mit der Umwelt und Materialien. Diese Auseinandersetzung wird nicht durch eine äußere Motivation gelenkt, sondern allein von der Faszination, die vom Objekt selbst ausgeht.

Selbstbildung findet jedoch nicht in einem absolut freien Rahmen statt oder überlässt die Kinder sich selbst. Die Kinder- und Jugendfarm schafft Bedingungen, die selbstbildendes Handeln ermöglichen. Sie stellt ein eingegrenztes Gelände mit bestimmten Möglichkeiten zur Verfügung. Selbstbildung funktioniert dort nur unter Einhaltung festgelegter institutioneller Regeln. Fachlich ausgebildetes Personal steht begleitend zur Seite und das Kind erhält die Möglichkeit, frei zu entscheiden, ob es eine Betreuungsperson einbeziehen oder an einem vorgehaltenen Angebot teilnehmen möchte. Die Betreuungsperson kann wiederum in Gefahrensituationen eingreifen, Hilfestellungen leisten oder versuchen die Motivation an einer Tätigkeit zu erhalten. Den höchsten Grad an Nachhaltigkeit erhält Bildung dieser Form durch Kontinuität. Regelmäßiges sowie freiwilliges Erscheinen und wiederholtes Ausprobieren steigern den Lernerfolg.

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5. Inhaltliche Schwerpunkte der pädagogischen Praxis unter Berücksichtigung des Konzeptes der Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Mit der Erkenntnis des hohen Stellenwertes von Nachhaltigkeit in der Entwicklung der Kinder, fand das Konzept der BNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) Einzug in die Gestaltung der Konzeption und Arbeit auf der Kinder- und Jugendfarm Biberbau. Unsere breit gefächerten Bildungsangebote ermöglichen den Akteuren, eine Vielzahl an kompetenzfördernden Lernangeboten in Anspruch zu nehmen. Der überwiegende Teil befasst sich hierbei mit der Kompetenzförderung im Sinne der nachhaltigen Entwicklung. Im Folgenden werden diese Lernangebote bzw. Handlungsfelder und einzelne Methoden unserer Arbeit genauer beschrieben. Diese legen sich alle, den unter Punkt 4 beschriebenen Grundsatz des freien Spiels und der Selbstbildung zugrunde. Freiwilligkeit wird als Schlüssel zum Lernerfolg angesehen.

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5.1 Tiergestützte Pädagogik

Tierbereich Der Tierbereich ist ein wichtiges Teilangebot von Kinder- und Jugendfarmen. Denn Tiere sind häufig nicht nur der Anlass für den ersten Kontakt der Kinder mit der Einrichtung und erleichtern somit den Zugang zum weiteren Platzgeschehen, sondern sind auch ein wichtiges eigenständiges Lernfeld.

In unserem Tierbereich leben Schweine, Meerschweinchen, Kaninchen, Laufenten sowie eine Schar Hühner. Diese Tiere bieten Kindern eine vielfältige und intensive Erlebniswelt. Die mit den Tieren verbundenen, täglich anfallenden Aufgaben ermöglichen ein spielerisches Auseinandersetzen mit Natur, dem Leben und der ersten großen Verantwortung. Das Erfahren und Erleben von Verantwortung steht dabei im Vordergrund unserer tiergestützten Arbeit. Kinder können sich den Umgang mit und den Zugang zu den Tieren selbst erarbeiten. Das Betreten der Stallungen ist abhängig von der Erfüllung tierspezifischer Arbeitsaufträge. Den Kindern soll dadurch vermittelt werden, dass das Halten von Tieren und alle damit verbundenen positiven Erfahrungen immer auch mit Arbeit verbunden sind. Den Kindern soll im Weiteren bewusst werden, dass Tiere in Gefangenschaft ohne ihr Zutun nicht existieren können. So ist ein streicheln der Nagetiere beispielsweise nur möglich, wenn vorher Nahrung für die Tiere gesammelt wurde. Die Übernahme von Verantwortung kann so weit gehen, dass jugendliche Besucher nach intensiver Einarbeitung die Möglichkeit erhalten, an Wochenenden eigenverantwortlich für Leib und Wohl unserer Tiere zu sorgen.

Häufig bauen Kinder durch regelmäßigen Kontakt eine intensive Beziehung zu den Tieren auf. Besonders Kinder mit einem schwierigen Lebenshintergrund können davon profitieren. Sie erleben ein Gefühl von Nähe und Geborgenheit, dürfen sich geliebt und angenommen fühlen und bekommen die Möglichkeit eine konfliktfreie Beziehung einzugehen. Tiere hören zu und erzählen Anvertrautes nicht weiter. Sie übernehmen damit eine Kompensationsfunktion für bestehende Defizite und lindern vorhandenen Kummer.

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5.2 Bewegungsförderung

handwerkliches Gestalten Die Problematik der zunehmenden Bewegungsarmut der Kinder ist hinreichend bekannt. Eine Stunde Sportunterricht in der Woche ist bei weitem keine ausreichende körperliche Betätigung für im Wachstum befindliche Kinder. Das große, frei erkundbare Gelände unserer Kinder- und Jugendfarm kommt hier zum Tragen. Mithilfe einer abwechslungsreichen Gestaltung des Platzes, der nicht immer und überall überschaubar sein muss, bietet sich den Kindern ein sicheres Terrain zum Toben und Spielen. Laufen, Klettern, Springen, Balancieren etc. wird durch gezielt eingesetzte Hindernisse und Spielgeräte wie Baumstämme oder Erdhügel gefördert. Die ausreichende Größe des Platzes gibt Kindern zudem die Gelegenheit, sich neben aktiven Tätigkeiten, eigene Rückzugsmöglichkeiten zu suchen und Orte der Ruhe zu finden.

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5.3 Handwerkliches Gestalten

Die Angebote unseres Bauspielplatzes und des Werkstattbereiches unterstützen Kinder in der Entwicklung ihrer handwerklichen Fertigkeiten und fördern maßgeblich die Feinmotorik. Ein verantwortlicher Umgang mit technischen Hilfsmitteln steigert das Selbstvertrauen und bringt Kindern Arbeit spielerisch nahe. Das Gefühl mit eigenen Händen etwas erschaffen zu haben, das benutzt oder sogar bewohnt werden kann, ist eine prägende Erfahrung. Geduld und Geschick werden genauso trainiert wie die sozialen Kompetenzen Zusammenarbeit und Rücksicht.

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5.4 Schulung der Sinne

Sinne Die natürlichen Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft sind auf einer Kinder- und Jugendfarm allgegenwärtig. Sie ermöglichen den Kindern das Erleben einer anderen Welt, entfernt von betonierten Straßen, stinkenden Autos oder verschmutzten Spielplätzen. Neugier und Forscherdrang werden durch die Ausgestaltung und die Gegebenheiten des Platzes jederzeit gefördert.

Die Möglichkeit, eigenhändig ein Feuer zu entzünden und gleichzeitig zu lernen, damit umzugehen, beschreibt ein wichtiges Erfahrungsfeld. Auf der Kinder- und Jugendfarm wird ein Rahmen gegeben, in dem es möglich wird, lebensnah die Beschaffenheit grundlegender Elemente zu erfahren. Auf dem Wasserspielplatz mit Matsch, Wasser und Sand zu spielen und zu experimentieren, schult und sensibilisiert die Sinne der Kinder in hohem Maße.
Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten, eine Kinder- und Jugendfarm fordert alle Sinne heraus und regt das Explorationsverhalten durch die Angebotsvielfalt an. Die Natur selbst bietet eine akustische Atmosphäre. Gerüche unterscheiden sich ganz konkret voneinander und prägen die Erinnerungen. Schweine riechen anders als Hühner. Der Frühling riecht anders als der Winter. Selbst einen Teig zuzubereiten, aus dem man anschließend seine eigenen Brötchen formen und backen kann, regt zugleich mehrere Sinne an.

Die komplette Platzgestaltung, insbesondere einem Barfusspfad und Balancierpfählen, unterstreicht diesen Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit auf dem Gelände. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten natürlichen Materialien, wie Holz, Lehm oder Sand, die kontinuierlich gegeben sind.

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5.5 Unterstützung kreativer Prozesse

Kreativität Kreativität ist eine von der Wirtschaft vorausgesetzte Kernfähigkeit. Wegfallender Werkunterricht und ein starrer Bildungsplan in der Kunsterziehung tragen nicht zur Ausbildung dieser Fähigkeit bei. Neben der kreativen Arbeit in den Bereichen Werken und Bauen haben auch künstlerische Tätigkeiten ihren Platz im Betrieb der Kinder- und Jugendfarm Biberbau. Von der Arbeit mit Lehm, Fingerfarben, Ytong, Speckstein oder dem einfachen Malen auf Papier über Theaterspiel oder Musik, dem kompetenten Einsatz neuer Medien, bis hin zur mündigen Beteiligung bei der Gestaltung des Platzes, wird der kreativen Entwicklung der Kinder keine Grenze gesetzt. Pädagogen erkennen und begleiten kreative Prozesse und leisten handwerkliche sowie motivierende Hilfestellungen.

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5.6 Ökonomische und politische Bildung

Die Einführung der farminternen Währung "Nägel" führte rasch zur Bildung eines ökonomischen Netzwerkes mit durch Kinder initiierten Unternehmen. So ist es uns binnen kurzer Zeit gelungen, Kindern die Funktion eines Wirtschaftssystems spielerisch zu vermitteln.
Als Ergebnis gründeten Kinder zum Beispiel eine Bank, die Redaktion einer Farmzeitung, ein Bauunternehmen und verschiedenste Einzelhandelsläden. Das Bestreben der Kinder ist es, Leistungen oder Produkte im Tausch gegen Nägel anzubieten. Die so erworbenen Nägel werden erneut investiert oder für den eigenen Bau verwendet. Das Hüttendorf bietet den hierfür notwendigen Handlungsrahmen.

Das Hüttendorf ist ein, durch einen Zaun räumlich abgegrenzter Bereich der Kinder- und Jugendfarm Biberbau mit eigenen Regeln und es umfasst zahlreiche, von Kindern selbst erbaute Holzhütten. Durch die Gründung eines "Hüttendorfrates" wurde es den Kindern ermöglicht, selbst an der Gestaltung ihres Platzes mitzuwirken. Dieser demokratisch gewählte Rat setzt sich aus mehreren Kindern zusammen. Eine Wahlperiode ermöglicht den Kindern, sich für Ihre Anliegen stark zu machen und einen persönlichen Wahlkampf zu betreiben. Die Ratsmitglieder treffen sich regelmäßig mit einem Betreuer, um gemeinsam Anträge von Kindern zu bearbeiten oder über ggf. strittige Themen zu beraten. Regeln, die das Hüttendorf betreffen, werden so von Kindern für Kinder aufgestellt. Der Hüttendorfrat hat ein Mitspracherecht bei der Platzierung neuer Baugrundstücke sowie bei Fragen zur Erweiterung einer Hütte und bei Wettbewerbsstreitigkeiten von, im Hüttendorf angesiedelten Geschäften. Die Struktur und die Inanspruchnahme des Rates wird den jeweiligen Gegebenheiten angepasst. In diesem Sinne ist der Hüttendorfrat aktiv, wenn beispielsweise Bauvorhaben zunehmen und ein steigender Betrieb im Hüttendorf es veranlasst.

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5.7 Ökologische Bildung

Das Begreifen ökologischer Zusammenhänge ist die Voraussetzung für einen nachhaltigen und respektvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Nutztiere und -pflanzen haben kaum bis gar keinen Platz im heutigen urbanen Leben, somit spielen sie auch in der Lebenswelt der meisten Kinder kaum mehr eine Rolle.
Viele Kinder werden auf der Kinder- und Jugendfarm Biberbau erstmals mit frei laufenden Hühnern oder der Verarbeitung von selbst geerntetem Gemüse konfrontiert. Durch den Umgang mit und die Pflege natürlicher Ressourcen erleben Kinder direkt den Ursprung verschiedenster im Handel erhältlicher Lebensmittel. Die Kinder gehen beispielsweise gemeinsam auf die Suche nach Eiern im Hühnerstall oder erleben "federnah" das Ausbrüten von Entenküken. Ein Kontakt mit und somit wachsendes Verständnis für das Tier, steigert den respektvollen Umgang mit käuflich erwerblichen Ressourcen wie Eiern oder Fleisch. Verstärkt wird der überall auf der Farm erlebte enge Kontakt zu Flora und Fauna durch das freie Umherwandern verschiedener tierischer Bewohner sowie durch die Vielfalt der Nutzpflanzen auf dem Gelände.

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5.8 Förderung der Sozialkompetenz

Ein Großteil der Angebote im Bereich des Bauspielplatzes basiert auf der Förderung von Gruppenbildungsprozessen. So ist es beispielsweise nur ab einer Gruppenstärke von drei Kindern möglich, sein eigenes Bauwerk im Hüttendorf zu errichten. Mit dieser Methode stellen wir eine Basis für die Herausbildung von Gruppenfähigkeit bei Kindern und für die Schulung ihres Interaktionsvermögens innerhalb einer Gruppe.
Zum Weiteren werden die Kinder in alltäglichen Situationen auf dem Gelände angeregt, sich mit anderen Kindern zusammen zu schließen, um beispielsweise gemeinsame Spiele inszenieren zu können oder bei Angeboten, die sich an alle Kinder richten.
Da die Kinder, die die Farm besuchen, unterschiedlichen Alters sind, werden ältere Kinder häufig mit jüngeren konfrontiert und umgekehrt. Dies fordert eine gegenseitige Hilfsbereitschaft heraus.

Diese oben beschriebenen Prozesse werden durch das pädagogische Team hinreichend unterstützt. So werden beispielsweise Kinder, die mit einer bestimmten Tätigkeit bereits Erfahrungen gesammelt haben, mit einbezogen, wenn ein neues Kind sich beteiligen möchte, jedoch mit etwas noch nicht vertraut ist. Auf diese Weise erklären Kinder anderen Kindern, wie man ein Stockbrot über dem Feuer backen kann oder wie man einen Speckstein bearbeitet.

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5.9 Vermittlung von Medienkompetenzen

Die Medienkompetenzvermittlung ist ein häufig vernachlässigter Bereich im Konzept von Kinder- und Jugendfarmen. Zu sehr verleitet das ökologisch geprägte Konzept einer Farm zum Ignorieren neuer Medien. Unserer Einschätzung nach ist dies ein Fehler. Das Ziel einer Kinder- und Jugendfarm sollte eine ganzheitliche Kompetenzvermittlung sein. Hierbei nehmen Medien in unserer heutigen Gesellschaft einen bedeutenden Teil ein. Kinder müssen verstehen und lernen, dass ökologische Welten keine abgeschlossenen Blasen sein müssen, sondern kreativ in neue Medien eingebunden werden können. Wenn kommende Generationen Natur und Technik nicht weiter isoliert betrachten, sondern vielmehr Gemeinsamkeiten entdecken oder gar entwickeln, wird auch in naher Zukunft mehr Natur den Weg zurück in die Städte finden können.
Um dem Ziel der medialen Kompetenzvermittlung gerecht zu werden, finden im Rahmen von Ferienspielen und im Rahmen des offenen Angebotes Medienprojekte statt. Diese geben Kindern die Möglichkeit ein eigenes Hörspiel aufzunehmen oder selbstständig in der Gruppe einen Kurzfilm auf die Beine zu stellen und das dazu gehörige Drehbuch zu entwickeln.
In diesem Kontext kommt die Vermittlung von Kompetenzen, wie Gruppenfähigkeit und der Umgang mit technischen Geräten beziehungsweise Hilfsmitteln zum Tragen.
Der gegebene Rahmen ist dabei das Gelände der Kinder- und Jugendfarm, das eine Vielfalt an Kulissen und Requisiten bereitstellt, die sich die Kinder selbst, entsprechend ihrem Drehbuch, zusammenstellen können.
Somit werden mehrere Bereiche unserer pädagogischen Arbeit unter Berücksichtigung der Vorstellungen der Kinder selbst, miteinander verbunden.

Ein weiteres Projekt, das sich den Schwerpunkt der Medienkompetenz als Basis zu Grunde legt, ist die "Lebewesendatenbank". Das Konzept dazu liegt bereits vor und dieses Langzeitprojekt befindet sich zurzeit noch im Umsetzungsprozess (siehe Punkt 7.). Wir stehen dabei in Kooperation mit der Firma "data-graphis", die für uns die notwendige Software entwickelt.

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6. Weitere Aktivitätsbereiche und Angebote

Ferienspiele als betreutes Angebot
In den Oster-, Sommer- und Herbstferien bieten wir entweder eine bzw. zwei Wochen Ferienspiele an. Dies ist ein betreutes und kostenpflichtiges Ferienprogramm für Kinder ab Schuleintrittsalter. Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich.
Während unserer Ferienspielen wird in Kleingruppen zu 6 bis 8 Kindern zielorientiert an Projekten aus den Bereichen Technologie, klassisches Handwerk oder Natur gearbeitet. Unsere Ferienspiele sind ein Bildungsprogramm, bei dem vor allem das soziale Lernen in der Gruppe im Vordergrund steht. Gemeinsames Handeln und das Erarbeiten von Problemlösungen sind zentrale Punkte. Neben den Gruppenarbeitszeiten gibt es genügend Raum zu freiem und auch organisiertem Spiel. Die Verpflegung mit kindgerechter Küche wird durch ein ausgewähltes Catering-Unternehmen garantiert. Die Mahlzeiten werden in der Gemeinschaft eingenommen. Am Ende der Woche können die Ergebnisse in einer Abschlussveranstaltung präsentiert werden.

Kooperationen
Im Sommer 2009 nahm der Biberbau zusammen mit der NaSpa zum ersten Mal am "Familienerlebnistag" in der Fasanerie teil. Der Biberbau machte an diesem Tag Familien das Angebot, Speckstein zu bearbeiten.
Auch das zukunftsweisende Projekt "Wild Wild Work" der Stadt Wiesbaden wurde von uns genutzt, um kulturelle Brücken zu schlagen, aber auch um neue Spielerlebnisse auf dem Gelände zu schaffen. So wurde in diesem Projekt gemeinsam mit Jugendlichen aus der Türkei und Polen ein Barfußpfad geschaffen.
Eine enge Kooperation mit der Stadt Wiesbaden zur Ausrichtung der städtischen Ferienspiele in unserer Einrichtung, bietet zudem die Möglichkeit, vielen Kindern unseren Platz zur Verfügung zu stellen.
Hinzu kommt die Teilnahme an der jährlichen Sozialbörse der Stadt Wiesbaden "Wiesbaden engagiert!". Diese Aktion bietet sozialen Einrichtungen die Möglichkeit, sich Betrieben vorzustellen und ein Projekt zu initiieren, dass anschließend von Mitarbeitern eines Betriebes verwirklicht werden kann. So entstand 2008, 2009 und 2010 eine erfolgreiche Kooperation mit der NaSpa, die in jedem Jahr neue Spielgeräte auf dem Biberbau entstehen ließ.
Als Mitglied des Zusammenschlusses "Lokale Bündnisse für Familie" werden mit anderen Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe sowie Wirtschaftsunternehmen, kooperative Angebote in regelmäßig stattfindenden Treffen erarbeitet und anschließend umgesetzt.
Auch engagierte sich der Biberbau am jährlichen "Weltspieltag" mit einer eigenen Aktion auf dem Gelände.

Feste, Feiern und bisherige Aktionen
Die Kinder- und Jugendfarm Biberbau richtete bisher zweimal einen Abenteuerflohmarkt aus, an dem ausschließlich Spielsachen und Kleidung von Babys und Kindern verkauft werden konnten.
Außerdem finden regelmäßig Feiern zu bestimmten Events statt. So gibt es jährlich eine Halloweenfeier mit unterschiedlichen Angeboten, eine traditionelle Winterfeuerfeier als Jahresabschluss des Biberbaus und eine Jahresfeier zum Geburtstag des Biberbaus.
Die "Männerzeit" war ein offenes Angebot, jeden Freitagvormittag von August bis Dezember 2010, das sich an Väter in Elternzeit, im Beisein ihrer Kinder richtete. Die Idee war, einen Treffpunkt bereitzustellen, an dem Schwierigkeiten und Anliegen von Vätern in Elternzeit untereinander ausgetauscht werden können. Zudem bietet die Kinder- und Jugendfarm in diesem Kontext einen geeigneten Ort für "die Kleinen", ihr freies Spiel entfalten zu können.

Vereinsangebote
Seit Ende August 2010 gibt es jeden Freitagnachmittag für Vereinsmitglieder die "Kochwochen". Gemeinsam mit den Kindern die Interesse haben, kochen und backen wir wöchentlich nach ausgewählten Rezepten. Die Ziele dabei sind, den Kindern eine Vielfalt an einfach zuzubereitenden Gerichten oder Beilagen zu zeigen, ihnen den Umgang mit Zutaten und Küchenwerkzeugen zu vermitteln und ihnen die Möglichkeit zu geben, durch ein am Ende angefertigtes Rezepte-Buch, die einfachen Gerichte zu Hause nach zu kochen bzw. nach zu backen. Die Kinder sind an der Zubereitung ihres eigenen Essens beteiligt. Dies vermittelt Ihnen Selbstsicherheit und bietet vielerlei Lerninhalte. Dieses Angebot wird 2011 fortgeführt.
Im September 2010 fand die erste Übernachtung im Biberbau statt. Dieses Angebot für Mitglieder, richtete sich an Kinder ab 8 Jahren und Kinder unter 8 Jahren zusammen mit einem Erziehungsberechtigten. Somit waren Eltern und Kinder gleichzeitig angesprochen.
Übernachtet wurde in Zelten, im Haupthaus oder, besonders abenteuerlich, in der eigenen Hütte im Hüttendorf! So wird das Hüttendorf, mit seinen teilweise in zweijähriger Arbeit gezimmerten Hütten, vom Bauspielplatz zu einem vor Wind, Wetter und Dunkelheit schützendem Refugium. Die großen Bauanstrengungen erhalten einen weiterführenden Sinn und und das gebaute eine tatsächliche Funktion.
Eine Austauschfahrt mit den Kindern der Kinder- und Jugendfarm Dreieichhörnchen e.V. in Dreieich fand 2009 statt. An einem Tag fuhren wir mit Vereinskindern vom Biberbau mit einem gemieteten Bus nach Dreieich, um eine andere Farm kennenzulernen. An einem weiteren Tag besuchten Kinder der Dreieichhörnchen den Biberbau. Dabei kümmerten sich die jeweiligen Gastgeber um ihre Gäste. Auf diese Weise versuchten wir einen Austausch der Kinder zu gewährleisten und ihnen zu zeigen, wie eine andere Farm aussehen kann.

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7. In Planung

Die geplante Lebewesendatenbank ist ein Langzeitprojekt zur spielerischen Vermittlung von Medien- und Naturkompetenzen. Das Besondere hierbei ist die Verknüpfung dieser beiden unterschiedlichen Komponenten. Kindern soll ein Rahmen geboten werden, in dem sie lernen sich in unserer unvermeidlichen und immer fortschreitenden medialen Welt zurechtzufinden, ohne dass der Bezug zur Umwelt und Natur dabei verloren geht.

Die Lebewesendatenbank ist ein auf dem Computer erstelltes Programm zur Sammlung und Katalogisierung von, aus Beobachtungen der Kinder resultierenden und mit Internetrecherche ergänzten, Informationen über Lebewesen. Die auf dem ganzen Gelände der Kinder- und Jugendfarm über WLAN zugänglichen Informationen der Datenbank beinhalten Steckbriefe von Lebewesen im Wirkungskreis der Farm. Diese Steckbriefe setzen sich zusammen aus, von Kindern gemachten Notizen, Fotos, Videos und Tonaufnahmen sowie einer kindgerechten Beschreibung der Lebewesen.
Die Datenbank soll durch einfache Suchbegriffe genutzt werden können, um Informationen über die Pflanzen- und Tierwelt zu erlangen. Zu dem kann sie jederzeit durch neue Eingaben von Kindern ergänzt und erweitert werden.
Die notwendige Software wird von der Firma "data-graphis" entwickelt.

Ein weiteres in Planung befindliches Projekt ist der Kleinkindbereich. Die Besucher im Kleinkindalter haben im Laufe des Jahres 2010 sprunghaft zugenommen, deshalb soll sich dieser Bereich an Kinder im Alter von 0 bis einschl. 4 Jahren sowie deren Eltern richten. Die Umsetzung ist für das Jahr 2011 geplant.
Das Konzept des Kleinkindbereiches umschreibt ein mit einem Zaun abgegrenztes Stück auf dem Gelände der Kinder- und Jugendfarm Biberbau. Die Beschaffenheit des Geländes und die enthaltenen Gegenstände sind an den Bedürfnissen der Zielgruppe ausgerichtet. Der Kleinkindbereich soll haptische Erfahrungsmöglichkeiten bieten sowie die motorische Entwicklung von Kleinkindern, in einem sicheren Rahmen und unter Aufsicht der Eltern fördern. Jüngere Kinder können sich in diesem Teilbereich freier als auf dem restlichen Gelände bewegen, das Verletzungsrisiko wird im Vergleich zu anderen Bereichen der Kinder- und Jugendfarm minimiert.

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8. Zielgruppen

Die Kinder- und Jugendfarm Biberbau ist für jeden da! Die Besucherstruktur umfasst alle Altersgruppen und Nationalitäten.
Das pädagogisch betreute Angebot richtet sich speziell an Kinder ab Schuleintritts- bis hinein in das junge Erwachsenenalter. Jüngere Kinder können die Farm, unter durchgehender Aufsicht eines Erziehungsberechtigten ebenfalls besuchen. Gruppenbesuche pädagogischer Einrichtungen oder Projekte sind ebenso möglich wie private Kinderfeiern.
Die Kinder- und Jugendfarm versucht, gemäß der sich ständig in Veränderung befindlichen Besucherstruktur, neue Angebote zu entwickeln und bestehende anzupassen.

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9. Öffnungszeiten

Offener Betrieb findet von Montag bis einschließlich Donnerstag, von 09:00 bis 12:00 und von 14:00 bis 18:00 Uhr sowie freitags von 09:00 bis 12:00 Uhr statt. Öffnungszeiten an Samstagen sind wegen Rücksichtnahme der Interessen der Nachbarn sowie der momentanen personellen Situation vorerst nicht vorgesehen.
Der Freitagnachmittag, von 14:00 bis 18:00 Uhr, ist Mitgliedern des Fördervereins vorbehalten.
Gruppenbesuche können von Montag bis einschl. Freitag, nach Vereinbarung und gemäß den Öffnungszeiten des offenen Betriebes stattfinden.

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10. Professionelles Personal und Ehrenamt

Die Arbeit mit Kindern in der pädagogischen Praxis einer Kinder- und Jugendfarm bedeutet in hohem Maße Beziehungsarbeit. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, mit einem festen und professionellen Mitarbeiterstamm zu arbeiten. Täglich wechselnde ehrenamtliche Weisungsbefugte auf dem Platz sorgen für Unsicherheit bei den Kindern. Nur geschultes und regelmäßig anwesendes Personal kann Unregelmäßigkeiten erkennen und ggf. pädagogisch intervenieren.
Ehrenamtliche Mitarbeiter werden jedoch zwingend zur Unterstützung der hauptamtlichen Mitarbeiter benötigt. Sei es an bestimmten Aufsichtspunkten, der Hilfe bei Festen und Feiern oder handwerklichen Arbeiten.
Des Weiteren werden regelmäßig Praktikanten, vornehmlich aus dem erzieherisch- sozialarbeiterischen Bereich zur Unterstützung eingesetzt. Der Einsatz von FSJ-Kräften oder Zivildienstleistenden ist aus finanziellen Gründen vorerst nicht möglich.
Derzeit arbeiten zwei Diplom Sozialarbeiter, mit einer Leistung von 40 Stunden in der Woche, am Projekt Biberbau.

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11. Örtliche Lage und Umfeld der Kinder- und Jugendfarm Biberbau

Die Kinder- und Jugendfarm befindet sich am Sauerwiesweg 4 im Planungsraum Mosbachtal des Ortsbezirks Biebrich in Wiesbaden. Wiesbaden zählt 275.251 Einwohner zum 31.12.2009 (Quelle: Jahrbuch 2009. Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik, Wiesbaden), davon sind 45.468 unter 18-Jährige. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen beträgt 8,2 %, 31.9% der Einwohner haben einen Migrationshintergrund. Die Zahl der mit Tagesbetreuungsplätzen zu versorgenden Kinder im Grundschulalter liegt bei 10.196, der Versorgungsgrad mit Ganztagesplätzen beträgt 29,7%, mit Teilzeitplätzen 10,4% (Jahrbuch 2008).
Der Ortsbezirk Biebrich ist mit 36.806 Menschen der bevölkerungsreichste Ortsbezirk in Wiesbaden. Die Arbeitslosenquote liegt mit 10% etwas höher als im Vergleich zur Gesamtstadt. Laut statistischem Amt haben 35,7% der Biebricher einen Migrationshintergrund. Auch dieser Wert ist im Vergleich zur Gesamtstadt höher.
Das Mosbachtal ist ein nur dünn besiedelter Grünstreifen mit lediglich 188 Einwohnern. Wiesen und Schrebergärten prägen das Erscheinungsbild, die Verkehrsbelastung ist durch viele Anliegerstraßen sehr gering. Das Mosbachtal liegt eingebettet zwischen den Planungsbezirken Gräselberg in südwestlicher Richtung und Waldtraße sowie Unterriethstraße, Volkerstraße im Nordosten. Über die Bushaltestellen in der Wald- und Erich-Ollenhauer-Straße ist die Einrichtung gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Kindern aus dem umliegenden Ortsbezirken wird es dadurch ermöglicht, eigenständig den Biberbau aufzusuchen.
Der Planungsraum Gräselberg ist eine Ende der 1950er Jahre entstandene Trabantensiedlung. Das Bild prägen vor allem Platten- bzw. Geschosswohnungsbauten. Die Siedlung ist nur wenige hundert Meter von der Kinder- und Jugendfarm entfernt und durch die Wiesenstraße, nach Überquerung der Erich-Ollenhauer-Straße gut zu Fuß erreichbar. Der Gräselberg zählt 5.960 Einwohner und hat einen Migrantenanteil von 47,5%. Der Planungsraum Waldstraße mit 4.452 Einwohnern hat einen Migrantenanteil von 30,3%. Im Planungsraum Unterriethstraße, Volkerstraße leben 1.213 Menschen, 13,8% haben hier einen Migrationshintergrund.

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12. Besucherstatistik

Im Zeitraum vom 1.5.2008 bis einschl. 31.10.2010 haben 23.963 Menschen an 524 Öffnungstagen die Kinder- und Jugendfarm Biberbau besucht. Davon besuchten 11.377 Kinder unseren offenen Betrieb, 6.373 Kinder kamen im Rahmen von Gruppenbesuchen und 6.213 zählen zu den Erwachsenen. Im Durchschnitt suchten 45,7 Personen den Biberbau pro Öffnungstag seit Eröffnung auf.
Erläuterungen zu Abbildung 1: Die Grafik zeigt die Besucherentwicklung seit Eröffnung im Mai 2008. Bis März 2009 war die Farm an lediglich drei Tagen in der Woche geöffnet, ab März 2009 an fünf Tagen in der Woche. Der starke Rückgang an Besuchern zu Beginn und Ende eines Jahres verdeutlicht die saisonalen Schwankungen einer Kinder- und Jugendfarm. Der starke Besuchereinbruch im Juli 2008 erklärt sich durch lediglich 4 Öffnungstage in diesem Monat. Aufgrund der immer weiter steigenden Besucherzahlen und somit der drohenden Überlastung der beiden hauptamtlichen Mitarbeiter entgegenzutreten, wurden die fünf offenen Nachmittage ab Mai 2010 auf vier reduziert.
Der Internetauftritt des Biberbaus verzeichnete im Zeitraum vom 01.01.2009 bis einschl. 31.10.2010 123.421 Klicks. Davon vom 01.01.2009 bis einschl. 31.12.2009 50.970 Klicks und vom 01.01.2010 bis einschl. 31.10.2010 72.451 Klicks. Die Besucherzahlen des Internetauftritts sind also als steigend zu bewerten.

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13. Finanzierung

Mit Investitionen in Höhe von 430.000€ wurde durch die Stiftung für Kinderhilfe Knettenbrech eine funktionierende Infrastruktur geschaffen, verschiedenste Ställe und Tiere angeschafft, ein Haupthaus für die durchgehende Nutzung der Farm auch in der Winterzeit und Werkzeuge sowie Einrichtungsgegenstände finanziert.
Die Betriebskosten der Kinder- und Jugendfarm Biberbau belaufen sich derzeit auf ca. 110.000€ pro Jahr. Davon sind allein ca. 80.000€ zu den Personalkosten zu rechnen.
Die Betriebskosten der Jahre 2008 und 2009 wurden komplett durch die Stiftung für Kinderhilfe Knettenbrech getragen.
Da die dauerhafte Sicherung der Personalkosten über die finanziellen Möglichkeiten der Stiftung für Kinderhilfe Knettenbrech geht, ist das pädagogische Personal der Kinder- und Jugendfarm Biberbau seit Januar 2010 für die Aufbringung der Personalkosten zuständig. Die übrigen 30.000€ der Betriebskosten für Strom, Wasser, Büromaterial, Tierfutter etc. sowie einzelne pädagogische Projekte werden auch in Zukunft von der Stiftung für Kinderhilfe Knettenbrech getragen.
Ca. 50.000€ konnten für das Jahr 2010 an Spenden aufgebracht werden. Für die Haushalte der Jahre 2010 und 2011 wurden jeweils 20.000€ als Personalkostenzuschuß durch die Stadt Wiesbaden bewilligt. Mitgliedsbeiträge des Fördervereins Biberbau e.V. brachten im Jahr 2010 ca. 5500€ ein.
Wünschenswert wäre eine engere und dauerhafte Kooperation mit der Stadt Wiesbaden oder lokaler Unternehmen, die auch über die bisherige Zusammenarbeit in der Umsetzung von verschiedensten Aktionen weit hinausgeht, um so einen Großteil der Personalkosten zu decken.
Die Personalkosten für das Betriebsjahr 2011 sind derzeit noch nicht gesichert.

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